The Nice Guys – Urkomische Mischung aus Neo Noir, 70er-Jahre-Parodie und Buddy-Movie Kino

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Vor eineinhalb Jahren hatten wir den durchgeknallten Detektivfilm “Inherent Vice” von Paul Thomas Anderson zu einem unserer Favoriten gekürt. “The Nice Guys” kann durchaus mit dem Anderson-Film verglichen werden.

Diese irrwitzige Detektiv-Komödie wirkt so, als ob Raymond Chandler einen seiner Hard-Boiled-Krimis zu einem Drehbuch eines 70er-Jahre-Films umgearbeitet hätte.The Nice Guys” ist eine urkomische Mischung aus Neo Noir, 70er-Jahre-Parodie und Buddy-Movie. Der Film von Shane Black nimmt das Genre gnadenlos auf die Schippe – und befolgt doch ständig seine Regeln. Als zwei Privatdetektive in L.A. einen ähnlich gelagerten Fall übernehmen, kommen sich der raubeinige Jackson Healy (Russell Crowe) und der trottelige, aber warmherzige Holland March (Ryan Gosling) in die Quere.

Damit die Recherche der beiden nicht im Chaos versinkt, spielt Marchs 13-jährige Tochter Holly eine entscheidende Rolle. Die aufgeweckte Kleine, grandios gespielt von Angourie Rice, sorgt dafür, das “The Nice Guys” nie zu einem albernen Buddy-Movie alten Schlages ausartet.

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Der Rest ist genauso kompliziert wie Howard Hawks’ Klassiker “Tote schlafen fest”, dessen Inhalt niemand nacherzählen kann. Es geht um korrupte Politiker und Staatsanwälte, um Pornos und weggelaufene Mädchen. Da rauscht schon mal eine nackte Schöne mit ihrem Auto in ein Wohnhaus, da fällt March vom Balkon und landet neben einer Leiche. Die Gewaltszenen sind für diese Art Kino ungewöhnlich drastisch – aber man nimmt dies gelassen hin. Denn man hat sich zwei Stunden lang köstlich amüsiert.


Text: Jan-Barra Hentschel

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