Vor der Morgenröte – Stefan Zweig in Amerika Kino

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Schauspielerin Maria Schrader hat sich für ihre zweite Regiearbeit eines ernsten Themas angenommen: Das Exil des jüdischen Autors Stefan Zweig in Südamerika bis zu seinem Selbstmord 1942.

In sechs in Echtzeit gedrehten Kapiteln zeigt die Regisseurin die Zerrissenheit des weltweit bewunderten Schriftstellers, von Josef Hader eindringlich verkörpert. Beim PEN-Kongress in Buenos Aires weigert er sich, offen Partei gegen Hitler zu ergreifen.

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In langen Gesprächen mit Kollegen, seiner Frau und seiner Ex-Frau, die ziemlich aufdringlich von Barbara Sukowa gespielt wird, versucht Zweig zu ergründen, warum er sich in Brasilien nicht heimisch fühlt, obwohl er keine Not leiden und auch keine Angst vor Abschiebung haben muss. Das Rätsel des Selbstmords bleibt. Maria Schrader hat ihren Film stilistisch sehr streng und fast ein bisschen zu theatralisch inszeniert. Doch lohnend ist er allemal.


Text: Jan-Barra Hentschel

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