Marissa Nadler – Songwriterin taucht tief in surreale, apokalyptische Traumlandschaften ein Konzerte

Marissa Nadler

DIENSTAG, 7. JUNI 2016 AB 21 UHR @ MS STUBNITZ [EINTRITT: VVK 16,75 EURO; AK 20,- EURO]


Seit mehr als 12 Jahren hat sich Marrissa Nadler mit der Interpretation gothischer Liedformen Amerikas beschäftigt und diese perfektioniert. Auf ihrem siebten Album namens “Strangers” hat sie jegliche Beschränkungen früherer Alben abgelegt, schritt durch ein Fernglas, und schaffte ein wirklich monumentales Werk. Im elegischen, autobiographischen Juli 2014 besiegte Nadler ihr Herzleiden, welches zuvor oft ein Katalysator ihres Songwritings gewesen war. Fortan wandte sie sich in ihren Liedtexten universelleren Themen zu und tauchte tief in surreale, apokalyptische Traumlandschaften ein. Ihre Texte thematisieren Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit, die den Charakteren innewohnen. Diese Musen erscheinen ursprünglich, gebrochen, desillusioniert, empfindlich und einsam. Sie sind die vereinigte Stimme der Platte, die Titelträger des gleichnamigen Albums “Strangers”.

Das Gefühl der Endzeit exemplifiziert sich im dünnbesetzten, Klavier-dominierten Eröffnungsstück “Divers of the Dust”. Nadler nutzt die Schnitttechnik der Dadaisten (bekannt geworden durch David Bowie und William S. Burroughs) und überlagert hypnagoge Bilder von Wellen, welche Städte in den Ozean ziehen mit einer sehr persönlichen Geschichte der Sehnsucht. Wieder einmal vom “July”-Produzenten Randall Dunn (Sunn O))), Earth, BlackMountain) unterstützt, hat Nadler ein neues 44 Minuten langes Album geschaffen, welches in der klanglichen Qualität dem apokalyptisch lyrischen Ton gerecht wird. Stellenweise überwiegen Stimme und Gitarre, während anderswo, zum Beispiel bei “Katie I Know”, ein pulsierender Drumbeat den Song in ein intensives, konfrontierendes Feld führt. “Janie in Love” stellt ein weiteres Highlight dar: Der am stärksten allegorische Text gepaart mit melodischem Pep machen Nadler zu einer der besten Songwriterinnen heutzutage.


Soundcloud:

 

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